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Rumdilettieren, aber so richtig – eine Huldigung an die Agentur Amateur

11. Oktober 2013

Die neue Agentur, die von sich selbst überzeugt ist, die Agenturlandschaft „auf den Kopf zu stellen“ – ich als kleiner Student bin es schon. Zwar bin ich nicht so gut im Handstand, aber Huldigungen schreiben geht. Und vor allem finde ich bemerkenswert, dass ich mich – nachdem ich von diesem neuen Halogen-Ersatz-Stern am „nur aufgeklebten“ Agenturhimmel erfahren habe – zum ersten Mal ermuntert fühle auch auf alles zu Pfeifen. Und zwar total. Wie gut, dass Freitag ist.

Wir sollten uns diese Neugründung zum Anlass nehmen, Fragen zu stellen. Vor allem aus studentischer Sicht. Ist es nicht nur ehrlich, was die Agentur Amateur sich auf die Fahnen schreibt? Bei jedem zweiten Workshop von erfolgreichen Kreativen ist der Tenor doch ähnlich, wenn nicht sogar gleich. „Die besten Ideen kommen beim Bier in der Kneipe!“ und am Ende immer dieses „Ich wollte das alles gar nicht“ beweisen doch, wie es läuft. Oder eben lief, weil es ja jetzt nicht mehr so ganz läuft, wie in den fetten 80ern.

Aber die Agentur Amateur, die scheint doch genau das zu verstehen – die haben richtig – oder eben nur halb hingehört, was ja wiederum richtig ist. Vielleicht ist es diese Agentur, die der Branche ganz zufällig einen neuen Zenit verleiht. Denn wenn die Messlatte erstmal überall im Keller ist, werden alle dauerglücklich im Sessel liegen bleiben können. Denn dann heißt es nicht mehr „Arbeiten bis zum Umfallen“ – da muss man erst umgefallen sein, um überhaupt noch als professionell zu gelten. Und die Nachwuchsfrage wäre auch geklärt. Wie wundervoll die Vorstellung, wenn die Entscheider der großen Marken sich nächstes Jahr mit Karl-Heinz, der vorher gelernter Dachdecker werden wollte, arrangieren dürfen. Wie volksnah würde der Output einer solchen kollektiven Kommunikationsdilettantenbande sein – wie schnell wird das negative Image der Werbung im deutschsprachigen Raum weg sein. Denn wenn der Karl-Heinz von „um die Ecke“ für die neue Mediamarkt-Kampagne verantwortlich ist, kann man doch nicht meckern.

Ich glaube ganz fest daran. Dies ist die Revolution. Was in den 60ern die „Sexuelle Befreiung“ einer ganzen Gesellschaft war, wird die „Professionelle Befreiung“ in der Kommunikationsbranche. Danke, Agentur Amateur. Das ist der Feierabend. Für immer.

„Die Kreativbranche ist der wilde Westen. Da wird mit Ideen um sich geschossen.“ Herr Williams, GF der AA

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Quelle Bilder und Zitate: Arte creative Vielleicht angucken unbedingt!

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